Ahornalp view Emmental

Ein angenehmer Herbstnachmittag auf der Ahornalp

Hurra! Nach einer Woche freiwilliger Selbstisolation konnten wir endlich wieder ausgehen! Und so geschah es: Am Tag nach unseres Ausflugs ans End der Welt erhielten wir eine E-Mail von Dominiks Klassenlehrerin, in der stand, dass das zweite Kind in der Klasse positiv auf Covid-19 getestet worden war und dass die ganze Klasse unter Quarantäne gestellt werden musste. Für uns bedeutete dies, dass Dominik seine Woche des Homeschoolings begann und wir das Haus nur in den dringendsten Fällen verliessen. Aber wir mussten es nicht bereuen, denn wir haben ohnehin nichts verpasst. Das Eishockeytraining fand bereits seit zwei Wochen nicht mehr statt, und auch andere Freizeitaktivitäten sind in unserem Kanton geschlossen. Es bedeutete aber auch, dass wir am nächsten Wochenende nirgendwo hinfahren konnten. Aber das machte uns auch nicht viel aus, denn am Montag nach Ende der Quarantäne hatte unsere ganze Schule einen freien Tag wegen der Weiterbildung der Lehrkraft. Es blieb uns also nur noch zu beten, dass Dominik oder einer von uns bis dahin nicht die Symptome von Covid-19 bekommen würde, und dass zumindest das Wetter gut werden würde.

Und das Wetter hat sich absolut hervorragend entwickelt. Also machten wir uns auf den Weg, die Herbstluft in mein geliebtes Emmental, eigentlich an dessen Grenze – zur Ahornalp – zu atmen. Seit mein Mann letztes Jahr mit seiner Fussballmannschaft auf einer Wanderung hier war, wollte ich schon immer mal hierher schauen und beneidete ihn insgeheim darum, dass er mehr vom Emmental kennt als ich!

Anreise

Die Ahornalp liegt an der Grenze der Kantone Bern und Luzern. Während der Sommersaison fährt ein spezieller Bus Alpin von Huttwil zur Ahornalp. Zweimal täglich fährt er in Richtung Ahornalp, zweimal täglich zurück. Eine telefonische oder E-Mail-Reservation ist am Vortag erforderlich (Reservation vom 1. 5. bis 31. 10. möglich) und Ihre ÖV-Abonnements gelten hier nicht (Halbtax-Abo etc.). Eine Fahrt kostet 10 Franken. Weitere Informationen findet ihr auf dieser Website.

Die Ahornalp kann mit dem Auto von Eriswil oder Luthern aus erreicht werden. Die Fahrt von Bern aus dauert etwas mehr als eine Stunde. Man nimmt die Autobahn A6, nimmt die Ausfahrt 13 – Muri und fährt weiter in Richtung Luzern / Langnau i.E. / Worb / Gümligen. In Ramsei am Kreisel die 3. Ausfahrt Richtung Langenthal / Huttwil / Sumiswald nehmen.

Parkplätze stehen vor dem Restaurant Ahorn Alp zur Verfügung.

Berg Restaurant Ahorn Alp

Ausser montags und dienstags ist das Bergrestaurant Ahorn fast das ganze Jahr über geöffnet (um die Monatswende Januar/Februar ist es für etwa einen Monat geschlossen). Wenn man auch am Ruhetag hierher kommt, gibt es noch Erfrischungen in Form von Selbstbedienung und Kässeli.

Unsere Route

Wir hatten keinen Plan für unsere Wanderung, wohin genau wir gehen wollten, wir nahmen sie nur als einen solchen “Gesundheitsspaziergang” in die Natur, um etwas frische Luft zu schnappen. Offensichtlich waren wir am Montagnachmittag nicht die Einzigen, die diese Idee hatten. Die Ahornalp scheint bei Schweizer Senioren ein beliebter Ort für einen Nachmittagsspaziergang zu sein. Denn in den zwei Stunden, die wir hier verbrachten, trafen wir gut zwei Dutzend von ihnen. Aber das überrascht mich nicht! Es ist ein wirklich schöner Ort, und es gibt mehrere Möglichkeiten, wohin man gehen kann. Wir folgten gerade dem Schild für die Route Nr. 65 (dazu komme ich weiter unten) in Richtung Napf.

Der rund zwei Kilometer lange Weg vom Restaurant Ahornalp bis zum Aussichtspunkt gleich links hinter dem Wegweiser Chatzerschwand ist anspruchslos, fast eben, auf einem breiten Weg. Ich würde ihn auch mit sehr kleinen Kindern auf jeden Fall empfehlen und er ist mit einem Kinderwagen machbar (an einer Stelle muss man nur eine Mountainbike-Rampe überqueren). Es erinnerte mich an unseren Ausflug in das nahe gelegene Gebiet der Lüderenalp – ich fühlte mich im Grunde genommen wie dort.

Wenn man nicht hin- und zurückgehen will, kann man vom Restaurant Ahornalp einen kurzen Rundgang zum nächsten Restaurant – Brestenegg-Alp – machen. (hier gibt es am Mittwoch und Donnerstag Ruhetag). Der im Bild unten markierte Rundweg misst rund eineinhalb Kilometer.

Und andererseits kann man von hier aus eine mehr als dreistündige Wanderung zum Napf unternehmen, der mit 1’408 m ü.M. der höchste Gipfel zwischen dem Emmental und dem Entlebuch ist und an der Grenze der Kantone Bern und Luzern liegt.

Grenzpfad Napfbergland

Der 115 km lange Grenzpfad Napfbergland mit 6 Etappen wurde 1998 anlässlich des 150-jährigen Bestehens der modernen Schweizerischen Eidgenossenschaft eröffnet. Er führt von Langenthal im Oberaargau im Mittelland durch eine wunderschöne Landschaft über den oben erwähnten Napfgipfel zum Brienzer Rothorn (2350 m ü.M.) und von dort zum Brünig. Auf der Wanderung durch die Regionen Napf, Emmental und Entlebuch geniesst man unzählige Ausblicke auf die abwechslungsreiche Landschaft zwischen den Kantonen Bern und Luzern. Dank der guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr eignen sich die einzelnen Etappen auch ideal für Tagesausflüge.

Herbstsonne am End der Welt tanken
Wandern im Emmental: von Eggiwil über den Chapf

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