Alpenzauberweg Rinderberg–Horneggli: Familienwanderung mit 360° Aussicht bei Gstaad

„Mama, was ist denn an dieser Wanderung so besonders?“ Ich glaube, meine Tochter hatte erwartet, dass ich ihr von einer Murmelbahn oder eine Rodelbahn erzähle. Stattdessen konnte ich ihr nur sagen, dass ich einfach den Ort sehen wollte, an dem ich im Winter Ski gefahren bin. Zu meiner Überraschung erwartete uns jedoch unterwegs ein wahrer Zauber. Alpenzauber. So heisst der Themenweg zwischen Rinderberg und Horneggli in der Region Gstaad – mit atemberaubenden Ausblicken. Der sechs Kilometer lange Weg mit seinen wunderschönen Aussichten wurde durch acht Stationen bereichert, an denen man viel spannendes und wissenswertes vom Alpleben erfahren kann. Und das ist doch etwas ganz Besonderes, oder?

Anreise

Mit dem Auto: Gib Lenkstrasse 28 oder Zweisimmen (Talst. Rinderberg) in dein Navi ein. Der Parkplatz liegt direkt an der Seilbahnstation. Das Parken kostet 5 CHF pro Tag.

Mit der Bahn: Nimm die BLS-Bahn bis zum Bahnhof Zweisimmen, von dort sind es weniger als fünf Minuten zu Fuss zur Seilbahnstation.

Rinderbergbahn

Die Luftseilbahn ist im Sommer von Mitte Juni bis Mitte Oktober täglich von 9:00 bis 16:30 Uhr in Betrieb. Die aktuellen Fahrzeiten für die verschiedenen Jahreszeiten findet ihr auf der Website der Bergbahnen Gstaad.

Diese Gratwanderung führt vom Rinderberg zum Horneggli. Zunerst muss man mit der Rinderbergbahn nach oben. Für die Rückfahrt nimmt man den Sessellift von Horneggli nach Schönried und dann den Zug nach Zweisimmen. Da ich nicht genau wusste, welchen Tarif wir bezahlen mussten, erklärte ich der Dame am Schalter unser Plan, und sie stellte mir ein Ticket aus, die zwei einfache Fahrten mit diesen Bergbahnen beinhaltete.

Das Ticket für Zweisimmen-Rinderberg & Horneggli-Schönried kostet 53 CHF oder 26,50 CHF mit Halbtax. Kinder mit einer Junior-Karte fahren in Begleitung eines zahlenden Elternteils kostenlos. Die Rückfahrt ist nicht im Ticketpreis inbegriffen. Das Zugticket kostet 8,60 CHF, mit Halbtax 4,30 CHF.

Mit dem Magic Pass ist die Fahrt mit den Bergbahnen Gstaad inklusive!

Die Fahrt mit der ikonischen roten Bergbahn dauert ziemlich lange (ich habe nicht genau auf die Uhr geschaut, aber es waren mindestens 20 Minuten). Jüngere Kinder könnten sich nach ein paar Minuten langweilen, aber auch an sie hat die Bergbahnen Gstaad gedacht. In der Kabine gibt es ein Bild und einen QR-Code, über den man zu einer Website gelangt, auf der man ein Hörspiel für Kinder abspielen kann, in dem Tiere die Hauptrolle spielen: die Ziege Saani, die Henne Giselle und die Kuh Olga. Das Hörspiel ist auf Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar.

Rinderberg

Wenn man in den Social Media aktiv ist, wird man den «Instagram-Spot» mit dem Hashtag «Gstaad» sicher zu schätzen wissen. Ansonsten gibt es oben einen schönen Spielplatz mit Rutschen und Spielhäuschen, die in die Aussenwand des Restaurants gebaut sind, wie man auf dem Foto sehen kann.

Bevor die Wanderung beginnt, empfehle ich einen kurzen Abstecher zu einem kleinen Aussichtspunkt auf der linken Seite. Dort ist ein schmaler Pfad zu sehen, der den Hügel hinaufführt.

Rinderberg – Horneggli

Dann könnt ihr euch in Richtung Horneggli auf den Weg machen. Laut Wegweiser solltet ihr 1 Stunde und 50 Minuten brauchen, aber wegen der Zwischenstopps an den Alpenzauber-Stationen solltet ihr lieber 2 bis 2,5 Stunden einplanen.

Aber zuerst werdet ihr mit einem Panoramablick belohnt.

Alpenzauberweg

Hier befindet sich die erste Station des Alpenzauberwegs. Genau genommen ist es die letzte Station, denn der Weg beginnt eigentlich in Hornberg. Aber die Reihenfolge spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass man an jeder Station interessante Fakten über das Leben auf der Alp erfährt.

Weiter geht es entlang des Bergkamms. Es gibt Stufen und gewundene Pfade, die Beweglichkeit und Trittsicherheit erfordern. Aber keine Sorge, obwohl der Weg schmal ist, ist er sicher und sowohl für Familien mit Kindern als auch für Senioren und Wanderanfänger geeignet. Unterwegs gibt es zahlreiche Holzbanken, auf denen man sich ausruhen kann.

Von der Sesselliftstation, wo sich eine weitere Station des Alpenzauberwegs befindet, geht der schmale Pfad in einen breiten Schotterweg über.


Entlang der Strecke geniesst man wunderschöne Panoramablicke in alle Richtungen und trifft vielleicht sogar auf eine grasende Kuhherde.

Parwengen

Etwa auf halber Strecke kommt man an einem Bergbauernhof vorbei, wo man in einem Selbstbedienungsladen Käse und andere Snacks kaufen kann. Gleich hinter dem Hof befindet sich eine schöne Brätlistelle.

Hornberg

An einem angenehmen Juninachmittag näherten wir uns dem Ende unserer Route. Zuvor kamen wir jedoch noch an zwei Bergrestaurants mit Kinderspielplatz vorbei, einer weiteren Station auf dem Alpenzauberweg, wo man auch Ziegen streicheln kann.

Horneggli

Leider mussteten wir uns beeilen, um die Seilbahn wieder zu erreichen, sodass wir den Abstecher zum Aussichtspunkt Horneggli, der über einen schmalen, steilen Pfad zu erreichen ist, nicht machen konnten. Also blieben wir auf der Route und konnten die Alpenflora auf dem Blumenweg Hornflue bewundern.

Am Ende der Route, in der Nähe der Horneggli-Sesselbahnstation, gibt es einen weiteren sehr schönen Picknickplatz mit Tischen, einem Grill und Feuerholz.

Mit dem Sessellift hinunter

Am Ende unserer Wanderung genossen wir eine abenteuerliche Fahrt mit dem Sessellift hinunter nach Schönried.

Mit dem Zug nach Zweisimmen

Wie bereits erwähnt, müsst ihr für den Zug ein separates Ticket kaufen. Von der Sesselliftstation zum Bahnhof sind es weniger als fünf Minuten zu Fuss.

MOB Panoramic

Am Ende unserer Reise gab es noch ein unglaubliches Highlight: Die berühmte MOB Panoramic verkehrt zwischen Schönried und Zweisimmen. Mehrmals täglich fahren die stilvollen Belle Époque-Wagen, die an den Orient-Express erinnern, auf den Gleisen. Wir hatten unglaubliches Glück – gerade als wir zurück nach Zweisimmen mussten, kam einer dieser eleganten Wagen. Und noch mehr Glück? In Schönried stieg eine Schulklasse aus, sodass wir fast den gesamten Wagen für uns allein hatten. Und das Beste daran? Es gibt keinen Aufpreis – man zahlt den regulären Fahrpreis. Wenn man jedoch eine Reise in der Hochsaison oder eine längere Strecke (z. B. von oder nach Montreux) plant, empfehle ich, im Voraus den Sitzplatz zu reservieren.

Am Bahnhof in Zweisimmen kann man auch andere, modernere Wagen der MOB Panoramic sehen.

Zusammenfassung

  • Die Strecke ist 6 km lang und nicht für Kinderwagen geeignet.
  • Die Wanderung dauert etwa 2–2,5 Stunden (oder länger, wenn Sie eine Picknickpause einlegen oder in einem Restaurant essen).
  • Ich empfehle festes Schuhwerk.
  • Entlang der Route gibt es vier Restaurants: Rinderberg, Berghotel Hornberg, Restaurant Hornfluh und Berghaus Horneggli.
  • Man kann sich das Hörspiel im Auto oder im Zug auf der Heimfahrt anhören, um die Erinnerungen an diese schöne Wanderung noch länger wach zu halten.

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Kategorien: Das Beste vom Kanton Bern, im Kanton Bern, Nezařazené, Themenwege, Wandern
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Autorin

Hana Hurábová

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