An heissen Tagen sind Wanderungen zum Wasser, wo man sich erfrischen kann, oder zwischen Felsen, wo die Massiven willkommenen Schatten spenden und Gebirgsbäche in Schluchten plätschern, am besten geeignet. Genau zu einem solchen Ausflug habe ich mich an einem Sommertag in das Juragebirge aufgemacht. Aber ich sage euch – ich habe mehr geschwitzt, als wenn ich auf einer Decke am Schwimmbad gelegen hätte. Es erwartete mich zwar der angenehme Waldschatten und ein plätschernder Bach, aber auch ein ordentlicher Aufstieg mit einem Höhenunterschied von etwa 500 Metern. Aber was würde ich nicht alles für schöne Aussichten und ein bisschen Abenteuer in einem vergessenen Winkel des Jura tun, nicht wahr?
Twannbachschlucht, Taubenlochschlucht, Teufelsschlucht… diejenigen unter Ihnen, die schon ein wenig im Jura unterwegs waren, kennen diese Schluchten sicherlich. Aber auch ich wusste bis vor kurzem nichts von der Existenz der Schlucht Gore Virat.
Wie versteckt sie für Touristen ist, zeigt sich auch daran, dass ich an dem Sonntagnachmittag, an dem ich meine Wanderung unternommen habe, nur ein paar „Mitwanderer” getroffen habe, die ich an den Fingern einer Hand abzählen konnte. Und das bei Wetter, das wie geschaffen für Ausflüge war!
In solchen Momenten wird einem bewusst, dass das Juragebirge noch immer Orte verbirgt, die wie kleine geheime Juwelen wirken.
Anreise
Mit dem Zug: Man kann diese Rundwanderung entweder im Dorf Crémines oder im benachbarten Corcelles beginnen, die beide über kleine Bahnhöfe verfügen.
Mit dem Auto: Da während meiner Reise der Zugverkehr eingestellt war (die Züge wurden natürlich durch Busse ersetzt), entschied ich mich für die Anfahrt mit dem Auto. Beide Dörfer liegen etwa eine Stunde von Bern und Basel und anderthalb Stunden von Zürich entfernt. Ich parkte in Crémines hinter der örtlichen Schule (kostenlos).
Route
Ich verliess Crémines und folgte der gelben Wegmarkierung in Richtung Corcelles. Am örtlichen Verwaltungsgebäude bog ich links ab und nahm einen Feldweg in Richtung Wald.





Dann betrat ich den Schatten des Waldes, aber statt willkommener Kühle gab es einen Aufstieg und Schweissausbrüche. Holzstufen und natürliche Stufen machten den steilen Aufstieg etwas leichter. Etwa auf halber Strecke durch die Schlucht findet man einen Holzsteg und einen wunderschönen Wasserfall, der über den Felsen hinabstürzt.





Der Weg führt weiter bergauf über schmale Serpentinenpfade, begleitet vom Plätschern des Baches, dessen Wasser so kristallklar ist, dass man ohne Bedenken daraus trinken könnte (ich habe zumindest meinen Schal darin getaucht, um mich zu erfrischen).




Falls dir der Schweiss nicht in die Augen tropft, wirst du bestimmt die atemberaubende Landschaft bemerken – so stelle ich mir Hobbiton vor.




Aussichtspunkt
Der Aussichtspunkt ist auf jeden Fall einen längeren Aufenthalt wert. Nicht nur die Aussicht von hier ist wunderbar, sondern es gibt auch mehrere Holztische und einen grossen Grillplatz.




Dann geht es endlich bergab, und neben den Ausblicken, die sich hier und da zwischen den Bäumen bieten, kann man etwas über die lokale Fauna und Flora lernen.




Der Weg führt im Zickzack bergab, und wenn man die Stelle mit der Aussichtsbank erreicht, muss man unbedingt rechts abbiegen. Die Abzweigung ist sehr unauffällig. Der Weg führt dann weiter über eine Weide – wenn dort Kühe sind, sollte man vorsichtig sein und sie nicht reizen oder streicheln wollen. Dann kommt man zu einem breiten Feldweg, der nach Crémines führt.




Zusammenfassung
- Die Strecke ist 7,6 km lang und für Kinderwagen nicht geeignet.
- Wenn man mit dem Zug in Crémines ankommt, biegt man vor dem Dorf am Wegweiser rechts ab. Ich habe die Strecke etwas verkürzt, da ich, wie bereits erwähnt, im Zentrum des Dorfes geparkt habe.
















