Den Tipp für diese Wanderung habe ich von einer einheimischen Freundin bekommen. Im Frühling haben wir überlegt, wohin wir mit den Kindern einen Ausflug machen könnten, und schließlich hat sich der Narzissenweg oberhalb von Montreux durchgesetzt. Die Wanderung im Biosphärenreservat Entlebuch zum Wasserfall Chessiloch und zur Hängebrücke Chessimätteli musste also noch etwas warten. Sie fand erst gegen Ende der Wandersaison statt – was ihrer Schönheit jedoch keinen Abbruch tat.
Nach den jüngsten Regenfällen führte der Chessiloch reichlich Wasser, und die herbstlichen Farben der Natur verliehen dem Ort eine wunderschöne, fast magische Atmosphäre.
Anreise nach Flühli
Flühli, der Ausgangspunkt der Wanderung, liegt in der UNESCO-Biosphäre Entlebuch im Kanton Luzern. Flühli ist mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.
Öffentliche Verkehrsmittel: Von Bern oder Luzern aus mit dem Zug nach Schüpfheim fahren, dort in den gelben PostAuto Richtung Sörenberg umsteigen. An der Haltestelle Flühli LU, Post aussteigen.
Mit dem Auto dauert die Fahrt von Bern aus etwa eine Stunde und fünfzehn Minuten, von Zürich aus eineinhalb Stunden und von Luzern aus eine Stunde. Aus beiden Richtungen – Luzern und Bern – biegt man in Schüpfheim auf die Strasse Richtung Flühli / Sörenberg ab. Nach der S-Kurve im Dorfzentrum befindet sich der Parkplatz Dorf Flühli (kostenlos), der ein guter Ausgangspunkt für die gesamte Route ist. Von dort aus geht es rechts entlang des Flusses bis ins Zentrum von Flühli.

Neben dem Hotel und Restaurant Kurhaus (siehe Abbildung oben) befinden sich eine Informationstafel und ein Wanderwegweiser. Die Route führt an der örtlichen Kirche vorbei und dann durch ein Wohngebiet, wobei sie im Wesentlichen einen Halbkreis um das Dorf bildet.





Nach dem Wegweiser Schlund geht die asphaltierte Strasse in einen schmalen Pfad über, der entlang der Konturlinie verläuft.





Kneippanlage Schwandalpweiher
Wenn du am Tag deiner Wanderung viel Zeit hast, es nicht eilig ist und das Wetter gut ist, empfehle ich dir auf jeden Fall einen Zwischenstopp bei der „Kneippanlage”. Im Jahr 2003 hat die „Genossenschaft Flühli Wasser” einen kleinen Teich, der von zwei Quellen gespeist wird, zu einer Kuranlage nach den Methoden von Sebastian Kneipp umgebaut. Das sogenannte Kneippbad ist eine Hydrotherapie-Methode, bei der abwechselnd heisses und kaltes Wasser verwendet wird, um die Durchblutung anzuregen und den Körper zu erfrischen. Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und Krankheiten auf natürliche Weise vorzubeugen. Zur Kneipp-Therapie gehören auch regelmässige Bewegung, eine gesunde und ausgewogene Ernährung, Heilkräuter in verschiedenen Formen und ein Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele.




Zieht eure Wanderschuhe aus, rollt eure Hosen hoch und watet durch Wasser mit einer Temperatur von etwa 6 °C. Nach einer erfrischenden Wassertherapie könnt ihr auf einem Barfußpfad zu einem Entspannungsbereich spazieren und durch einen Kräutergarten schlendern. Der Eintritt kostet: Erwachsene: CHF 5.00, Kinder unter 12 Jahren: CHF 3.00.




Schwandalp – Kragen
Auf dem Weg vom Schwandalpweiher gelangt man zum Kragen, wo einst eine Glashütte und ein Kalkofen standen. Die erste Erwähnung der örtlichen Glashütte stammt aus dem 18. Jahrhundert. Hier wurden Fensterglas, elegante Karaffen und Kelche hergestellt, die bis nach Bern und Luzern verkauft wurden.
Heute informiert die Tafel nicht nur über die Geschichte der Glasherstellung, sondern auch darüber, wie durch Brennen aus Kalkstein Baumaterial gewonnen wurde. Von der ursprünglichen Siedlung sind nur noch die Fundamente erhalten, aber die Atmosphäre des Ortes am Fusse des Waldes ist noch immer seltsam lebendig.
Heute gibt es auch einen kostenpflichtigen Parkplatz für diejenigen, die nur einen kurzen Spaziergang zum Wasserfall machen möchten.




Der Weg nach Chessiloch führt durch den Wald und öffnet sich für einen Moment, um den Blick auf das Tal mit dem schnell fließenden Rotbach freizugeben. Hier gibt es einen kleinen Aussichtspunkt mit einer Informationstafel. Darauf steht, dass der Rotbach früher viel schmaler war, sodass man ihn überspringen konnte. Durch das Flössen von Holz für die örtliche Glasmanufaktur wurden seine Ufer immer breiter. Auch Überschwemmungen nach Stürmen infolge der Entwaldung trugen dazu bei. Ende des 19. Jahrhunderts kam die Glasindustrie in Flühli zum Stillstand, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Bachufer wieder aufgeforstet.




Picknickplatz
Bevor es zum Wasserfall geht, kann man eine Pause einlegen und etwas Leckeres braten.



Chessiloch
Hinter der Brätlistelle geht es hinunter zum Ufer des Sewenbachs. Mit kleinen Kindern sollte man hier vorsichtig sein, denn der Weg führt über Wurzeln und Steine und ist ziemlich rutschig. Ich empfehle daher, sich am Seilgeländer festzuhalten. Nach wenigen Minuten sieht man einen schönen Wasserfall mit einer Aussichtsplattform darüber. Wer möchte, kann weiter am Ufer entlang bis zu einer kleinen Holzbrücke über den Bach und zu einem weiteren Wasserfall, dem Stäldeli, wandern.





Hängebrücke Chessimätteli
Wir kehrten jedoch auf dem gleichen Weg zur Grillstelle zurück und machten uns dann auf einen schmalen, gewundenen Pfad. Nach wenigen Minuten standen wir vor der Hängebrücke Chessimätteli. Die Brücke ist 65 Meter lang und hängt 45 Meter über der Schlucht. Wer es wagt, sie trotz ihres Schwankens zu überqueren, wird mit einem Blick in die Tiefe der Schlucht und auf die Umgebung belohnt.




Der Rückweg nach Flühli
Nachdem wir unseren Mut auf die Probe gestellt hatten, kehrten wir zum Lagerfeuer zurück und nahmen von dort aus denselben Weg zurück zur ehemaligen Glaserei, dann ging es weiter auf einer asphaltierten Straße sanft bergab. An einer Stelle kreuzt der Weg die Hauptstraße nach Sörenberg, daher ist beim Überqueren Vorsicht geboten. Der Weg führt dann weiter am Waldemme entlang. Wenn die Kinder noch Energie haben, warten hier ein Wasserspielplatz und weitere Grillplätze auf sie.





Zusammenfassung
- Die Strecke ist 8,6 km lang und für Kinderwagen nicht geeignet.
- Bei normaler „Geschwindigkeit“ braucht man weniger als drei Stunden, aber wenn man an der Kneippanlage Halt macht und grillt, sollte man eher einen Tagesausflug einplanen.
- Entlang der Route gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten (nur in Flühli), dafür bringt bitte eure eigenen Grillvorräte mit.
- Wenn ihr vorhabt, die Kneippanlage zu besuchen, vergesst nicht, Handtücher und Ersatzkleidung für die Kinder mitzunehmen.
- Die Route ist nicht anspruchsvoll, daher reichen leichte Wanderschuhe (Trailschuhe) aus.
- Das Höhenprofil findet ihr hier.
- Die Route ist nicht besonders schwierig und definitiv für Familien mit kleinen Kindern geeignet.
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