
Velotour um den Brienzersee: eine wunderschöne, aber anspruchsvolle Velostrecke
In meinem letzten Blogbeitrag habe ich von der Schönheit des Thunersees geschwärmt – von einem entspannten Veloweg und Ausblicken wie aus dem Bilderbuch. In diesem Sinne suchten wir nach einer Route für unseren nächsten Veloausflug. Natürlich fiel unsere Wahl sofort auf den „benachbarten“ See – den Brienzersee. Aber wenn ich dachte, dass mich eine weitere flache, idyllische Fahrt am Wasser erwarten würde, habe ich mich gewaltig getäuscht. Hier ist jeder Ausblick mit einem steilen Anstieg verbunden. Damit ihr euch auf das vorbereiten könnt, was euch erwartet, habe ich einen Artikel über diese 37 Kilometer lange Route rund um den Brienzersee zusammengestellt.
Der Brienzersee
Der Brienzersee liegt im Herzen des Berner Oberlands zwischen den Städten Interlaken und Brienz. Er ist etwa 14 Kilometer lang, rund 2,8 Kilometer breit und erreicht eine maximale Tiefe von etwa 260 Metern.
Der See ist bekannt für seine charakteristische Türkisfarbe, die durch feine Gletschersedimente verursacht wird. Sein Hauptzufluss ist die Aare, die von Osten in den See fliesst und ihn im Westen in Richtung Thunersee wieder verlässt.

Ausgangspunkt – Interlaken
Wir haben Interlaken als Ausgangspunkt für unsere Veloroute gewählt (logischerweise, da es für uns am nächsten lag). In Wirklichkeit kann man die Route jedoch ganz nach den eigenen Vorlieben gestalten – zum Beispiel mit Start in Brienz oder an jedem anderen Ort entlang der Strecke, an dem man bequem parken oder mit dem Zug anreisen kann.
Anreise mit dem Zug: zum Bahnhof Interlaken-Ost oder zu einem beliebigen Bahnhof auf der Zentralbahn-Strecke zwischen Interlaken und Brienz.
Anreise mit dem Auto/Parken: Direkt neben dem Bahnhof kann man auf dem Parkplatz an der Unterebönigstrasse parken. Das Parken für bis zu 5 Stunden (was für deine Radtour mehr als ausreichend ist) kostet 5 CHF. Falls du gerne kostenlos bei einem der Supermärkte parken möchtest (die in Interlaken sonntags geöffnet sind), beachte bitte, dass die maximale Parkdauer auf eine Stunde begrenzt ist und dein Auto danach abgeschleppt werden kann.

Start am Nordufer des Brienzersees
Vom Parkplatz aus machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, überquerten dann die Brücke, vorbei an der Talstation der Harder Bahn, und folgten der Strasse in Richtung Goldswil. Im nächsten Dorf, Ringgenberg, wiesen Schilder darauf hin, dass wir auf den Mountainbike-Weg 451 abbiegen sollten. Da auf der Strasse jedoch wenig Verkehr herrschte und wir auch andere Radfahrer sahen, die in diese Richtung fuhren, setzten wir unsere Fahrt durch Niederried und Oberried fort. Eine schöne, einfache Strecke ohne nennenswerte Höhenunterschiede. Nach etwa 17 Kilometern erreichten wir Brienz.





Brienz
Im Vergleich zum pulsierenden Interlaken ist Brienz ein etwas kleinerer Touristenmagnet – die Atmosphäre hier ist viel ruhiger und authentischer. Gleichzeitig dient Brienz als Ausgangspunkt für die legendäre Brienz Rothorn Bahn – eine historische Zahnrad-Dampfeisenbahn, die bis zum Gipfel des Brienzer Rothorns (2.350 m ü. M.) verkehrt. Und dann gibt es noch ein kleines verstecktes Juwel: die Brunngasse. Diese schmale Kopfsteinpflasterstrasse, gesäumt von traditionellen Holzhäusern aus dem 18. Jahrhundert, wird oft als eine der schönsten Strassen der Schweiz bezeichnet – und hat sich dennoch ihre Ruhe bewahrt.





Giessbachfälle
In Brienz schliesst du dich den Velorouten 8 und 9 an und fährst weiter in Richtung der Giessbachfälle. Und hier beginnt der erste richtige Anstieg. Direkt am Fusse des Hügels warnt dich ein Schild davor, dass du auf einer Strecke von 2 Kilometern 150 Höhenmeter überwinden wirst. Und das alles auf einer Strasse, die kaum breit genug für ein Auto ist (zwei müssen sich in Gegenrichtung aneinander vorbeiquetschen), dazu ein Postauto, das sich hupend durch die kurvigen Serpentinen schlängelt. Doch dann wartet deine Belohnung: die Giessbachfälle. Hier stürzt das Wasser in mehreren Kaskaden aus einer Höhe von über 400 Metern in die Tiefe und schafft dabei ein grandioses Bild. Du musst dein Velo durch den Wasserfallbereich stossen, aber so kannst du zumindest die Aussicht auf diese Schönheit geniessen. Wenn du nach dem Anstieg neue Energie tanken musst, ist das legendäre Grandhotel Giessbach der perfekte Zwischenstopp. Dieses historische Hotel mit Terrasse bietet nicht nur hervorragendes Essen, sondern vor allem eine luxuriöse Aussicht.



Iseltwald
Die Route führt dann grösstenteils durch den Wald. Es gibt einige schöne Abfahrten, zunächst auf einem Waldschotterweg (aber Vorsicht – auf der anderen Seite geht es steil hinunter), dann auf Asphalt. Nach knapp sechs Kilometern erreichst du das Dorf Iseltwald. Es ist ein Anziehungspunkt für Fans der 16-teiligen südkoreanischen Netflix-Serie „Crash Landing on You“. Im August 2019 wurde eine Schlüsselszene auf dem T-förmigen Steg in Iseltwald gedreht. Und genau hier erwartet dich ein weiterer Anstieg – ein Höhenunterschied von 100 Metern auf 2 Kilometern. Aber das ist wirklich der letzte. Danach erwartet dich eine lange Abfahrt, gefolgt von einer gemütlichen Fahrt entlang des Seeufers bis nach Bönigen. Von hier aus ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Ausgangspunkt.





Zusammenfassung
- Streckenlänge: ca. 37 km, etwa 3 Stunden Fahrzeit
- Richtung: im Uhrzeigersinn (idealerweise mit Start in Interlaken)
- Profil: eine Kombination aus flachen Abschnitten und anspruchsvolleren Anstiegen und Abfahrten (vor allem auf der Südseite des Sees)
- Schwierigkeitsgrad: eher für geübte Biker geeignet – diese Strecke ist nichts für Anfänger. Wenn du nicht in Topform bist, solltest du ein E-Bike wählen.
- Empfehlung: Wenn du nicht oft Rad fährst oder eine gemächlichere Variante bevorzugst, ziehe einen kürzeren Abschnitt in Betracht, z. B. Interlaken – Brienz.

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