Zufällig hatten zwei unserer Kinder am letzten Sonntag im August direkt nacheinander Hockeyspiele, und wo sonst als in Kandersteg. Natürlich konnte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Kandersteg im Berner Oberland zu besuchen. Aber wie lässt sich ein Hockey-Marathon mit einer schönen Wanderung verbinden?
Der von Touristen überlaufene Oeschinensee kam für mich nicht in Frage – ich wollte etwas weniger Bekanntes. Ich suchte und wurde fündig: eine Wanderung ins malerische Üschenetal (auch bekannt als Ueschinental).
Und wie sah es bei uns zu Hause an einem Morgen aus, an dem ich alles erledigen wollte? Wir fuhren um halb acht los, kamen um halb neun in Kandersteg an, parkten schnell an der Eishalle, luden die Kinder und ihre Eishockeysäcke aus und machten uns auf den Weg zur Luftseilbahn nach Allmenalp. Um neun Uhr stiegen wir in Allmendalp aus der Mini-Gondeli und machten uns auf den Weg. Laut Beschreibung hätte es etwas mehr als zwei Stunden dauern sollen, aber wir schafften es in zügigem Tempo und waren um elf Uhr wieder an der Eisbahn, gerade rechtzeitig, um die Hälfte des Spiels unserer Tochter und dann das gesamte Spiel unseres Sohnes zu sehen.
Hektisch? Ja. Hat es sich gelohnt? Auf jeden Fall! Wir haben einen weiteren schönen Ort entdeckt, der etwas im Schatten der bekannteren Wanderwege steht.
Anreise nach Kandersteg
Man erreicht Kandersteg über die Autobahnen A6 (von Bern) oder A8 (von Luzern) in Richtung Thun und Spiez. Von Spiez aus nimmt man die Ausfahrt und fährt auf der Hauptstrasse weiter in Richtung Frutigen/Kandersteg, die direkt ins Dorfzentrum führt. Lasst euch nicht von den Schildern zum Parkplatz Oeschinensee verleiten; der Parkplatz direkt an der Allmendalp-Seilbahn (kostenpflichtig – 7 CHF pro Tag; Allmenbahnstrasse 23, Kandersteg) ist für diese Wanderung besser geeignet.
Wie immer in der Schweiz ist es jedoch am bequemsten, mit dem Zug zu reisen. Kandersteg liegt an der Strecke Bern–Brig, die Züge verkehren im Halbstundentakt. Vom Bahnhof sind es nur 15 Minuten zu Fuss bis zur Talstation der Luftseilbahn.


Kandersteg Allmenalp Seilbahn
Die Seilbahn ist täglich von Mitte Mai bis Mitte Oktober von 8:30 bis 17:00 Uhr in Betrieb (vom 21. Juni bis 17. August von 8:00 bis 18:00 Uhr). Für diese Fahrt braucht ihr nur ein Einzelfahrtticket, das für Erwachsene 18 CHF (14 CHF mit Halbtax/GA/Swiss Travel Pass) und für Kinder von 6 bis 15 Jahren 9 CHF kostet.
In 5 Minuten bringt dich eine kleine Luftseilbahn – eine der steilsten Europas – auf die Allmenalp in 1.730 Metern Höhe. Unterwegs hast du einen wunderschönen Blick auf einen Wasserfall.


Allmenalp
Von der Bergstation hat man einen herrlichen Blick hinunter nach Kandersteg und auch zum Blüemlisalp-Massiv in Richtung Oeschinensee. Die Route steigt sanft auf einem breiten Schotterweg in einem weiten Bogen zum gegenüberliegenden Hang hinauf.




In Richtung Ryharts
Der Weg führt weiter mit sanften Anstiegen und Abstiegen durch Wälder und entlang von Alpweiden. Es eröffnen sich erneut herrliche Ausblicke, und hinter der Kurve erwartet einen ein grosser Wow-Effekt, wenn sich der Blick auf den Balmhorngletscher eröffnet.





Zum Üschenetal
Bei Ryharts beginnt der Schotterweg sanft abzufallen und führt angenehm bergab ins weite und malerische Hochgebirgstal Üschenetal. Bald eröffnet sich ein weites Panorama. Am Wegweiser Schwymbödi verlässt man die Schotterstrasse links und folgt einer Trockensteinmauer über die Alpweiden hinunter nach Usser Üschene.





Zurück nach Kandersteg
Von hier aus führt der Weg etwas steil über einen schmalen Pfad durch den Wald hinunter zum Ort Eggeschwand. Wenn die Knie bei dem steilen Abstieg leiden, kann man auch die asphaltierte Strasse nehmen. Sie ist zwar länger, aber dafür bequemer zu gehen.




Danach geht es weiter entlang der Kander zum Pfadfinderzentrum, von wo aus man bequem zur Talstation der Allmenalpbahn oder zurück zum Bahnhof in Kandersteg (in unserem Fall zur Eishalle) gelangt.





Zusammenfassung
- Die Route ist 7,6 km lang und für Kinderwagen und Rollstühle nicht geeignet. Das Höhenprofil findet ihr hier.
- Die Route kann in beide Richtungen gelaufen werden und ist somit ideal für diejenigen, die lieber bergauf laufen.
- In den Sommermonaten gibt es Einkehrmöglichkeiten im Allmen-Beizli, auf der Alp Steinweidli oder im Restaurant Lohner.
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