
Panoramaweg Muottas Muragl: Die schönste Wanderung oberhalb von Pontresina
Als ich vor etwa einem halben Jahr eine individuelle Reiseroute für meine Kunden zusammenstellte, nahm ich den Panoramaweg Muottas Muragl mit auf. Damals wäre mir nie in den Sinn gekommen, dass ich ihn nur wenige Monate später selbst – oder besser gesagt, zusammen mit meiner Tochter – wandern würde. Wie es der Zufall so wollte, machte ich mich erst etwa eine Woche, nachdem meine Kunden die Wanderung absolviert hatten, auf den Weg. Und ich muss zugeben, mir ging der Gedanke durch den Kopf, was für ein Zufall es wäre, wenn wir uns hier begegnen würden.
In Momenten wie diesen wird mir wieder einmal bewusst, wie wichtig es für mich ist, die Orte kennenzulernen, die ich meinen Kunden empfehle. Ich möchte sie nicht allein anhand von Fotos oder Informationen aus dem Internet auswählen – ich möchte sie selbst erleben. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich mich endlich selbst auf den Panoramaweg Muottas Muragl begab.
Standseilbahn Muottas Muragl
Die Talstation der historischen Standseilbahn Muottas Muragl befindet sich in Punt Muragl, etwa 5 Autominuten von Pontresina und knapp 10 Minuten von St. Moritz entfernt. Direkt neben der Station befindet sich ein grosser kostenloser Parkplatz. Wenn ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, halten hier sowohl die Engadinerbusse als auch die Postautos (an der Haltestelle „Punt Muragl, Talstation“). Der Bahnhof Punt Muragl Staz ist etwa 300 Meter entfernt.

Fahrplan, Preise und Ermäßigungen
Während der Sommersaison verkehrt die historische Standseilbahn alle 30 Minuten, wobei die erste Abfahrt um 7:45 Uhr und die letzte um 23:00 Uhr erfolgt (der Ort ist besonders beliebt für Sonnenuntergänge).
Preise für Hin- und Rückfahrkarten (Sommer 2026): Erwachsene – 42,50 CHF, Jugendliche (13–17 Jahre) – 28,30 CHF, Kinder (6–12 Jahre) – 14,20 CHF. Da die Wanderung die Fahrt mit einer Talbahn hinauf und anschließend mit einem Sessellift von den Languard-Alpen hinunter beinhaltet, gilt der Preis für die Hin- und Rückfahrkarte (Sommertarif Höhenweg).
Familienrabatt: Beim Kauf eines Tickets zahlen beide Elternteile den Standardtarif. Das älteste Kind (bis 17 Jahre) zahlt den Kindertarif, das zweite Kind erhält 30 % Rabatt auf den Kindertarif, und alle weiteren Kinder bis 17 Jahre fahren kostenlos. Legen Sie einfach einen Nachweis über das Familienverhältnis oder die Ausweise der Kinder vor.
Gut zu wissen: Wenn ihr im Sommer zwei oder mehr Nächte in einem der Partnerhotels in Pontresina oder St. Moritz verbringt (zum Beispiel im Hotel Engadinerhof, in dem wir übernachtet haben), erhaltet ihr die Engadin Inclusive Card, die eine kostenlose Fahrt nach Muottas Muragl umfasst. Das ist einer der Gründe, warum sich ein längerer Aufenthalt im Engadin wirklich lohnt: Die Halbtax, das GA, die Junior-Karte und die Swiss Family Card gelten nicht für diese Seilbahn.



Muottas Muragl – einer der schönsten Aussichtspunkte im Engadin
Diese Bergterrasse auf 2.454 Metern Höhe bietet einen der schönsten Panoramablicke im gesamten Oberengadin. Das Tal mit seiner unverwechselbaren Seenlandschaft erstreckt sich direkt vor euch, während sich auf der anderen Seite die majestätischen, gletscherbedeckten Gipfel des Bernina-Massivs erheben.



Auf dem Aussichtsplateau befinden sich ein Restaurant, ein Fotorahmen „Grand Tour of Switzerland“ und – das Beste von allem – ein wunderschöner Spielplatz, auf dem sich Kinder an Klettergerüsten, Rutschen und Spielgeräten aus Holz austoben können. Nur wenige Schritte vom Spielplatz entfernt steht eine Holzschaukel – während du schwingst, kannst du das gesamte Tal mit seinen Seen unter dir und die schneebedeckten Dreitausender vor dir bewundern.





Muottas Muragl – Panorama-Wanderweg zur Alp Languard
Hier beginnt eine der schönsten Panorama-Wanderungen im Engadin. Der Weg führt über die Alp Muottas, den Unteren Schafberg und weiter zur Alp Languard und bietet praktisch auf seiner gesamten Länge fantastische Ausblicke auf die umliegenden Berge, Täler und die berühmte Seenlandschaft des Oberengadins. An klaren Tagen reicht der Blick bis zum Maloja-Pass.

Die Wanderung beginnt mit einem sanften Abstieg in Richtung der Alp Muottas. Auf dem gegenüberliegenden Hügel, direkt vor euch, seht ihr den Weg, auf dem ihr in ein paar Minuten wandern werdet.



Nach etwa anderthalb Kilometern überquert ihr einen Holzsteg über den Bergbach. Biegt am Wegweiser rechts ab. Wie auf dem Foto unten zu sehen ist, wird es euch schwerfallen, nicht ab und zu anzuhalten, um die atemberaubende Aussicht zu fotografieren.





Kurz danach gelangt man zum Abschnitt, der wahrscheinlich der kniffligste Teil des Weges ist. Der Pfad besteht aus Felsen, die in einer Reihe angeordnet sind, aber auch leicht zum Hang hin geneigt sind (vermutlich, damit man nicht ins Tal hinunterrutscht). Obwohl es trocken war, waren die Felsen ziemlich rutschig, und Wanderstöcke wären hier sehr nützlich gewesen.



Sobald man diesen Abschnitt – der ein paar Dutzend Meter lang ist – hinter sich hat, erwartet einen wieder ein bequemer Bergweg. Unterwegs gibt es neben den Ausblicken auch mehrere Bänke, auf denen man sich ausruhen (und natürlich die Aussicht geniessen) kann.



Unterer Schafberg
Etwa auf halber Strecke kann man in der Berghütte „Unterer Schafberg“ eine Pause einlegen. Wir wollten hier eigentlich ein Eis kaufen, aber leider wird dort keines angeboten.


Von hier aus erwartet euch ein sanfter Anstieg, aber der Weg ist definitiv nicht langweilig. Ihr müsst den Bach erneut überqueren – diesmal ohne Brücke – und ausserdem durch einen seltsamen Tunnel am Hang gehen. Unmittelbar nach dem Tunnel nehmt ihr an der leichten Abzweigung links den linken Weg.





Von hier aus hat man bereits einen Blick auf Pontresina selbst sowie auf die Alp Languard.

Alp Languard
Am Ende der Wanderung wird man mit einem schönen Spielplatz (natürlich zum Thema Steinböcke) und einem gemütlichen Bergrestaurant belohnt, das lokale Spezialitäten serviert. Ich konnte der traditionellen Bündner Gerstensuppe nicht widerstehen (und dem lokalen Bier, ähem). Als Marketingfachfrau war ich vom Slogan des Restaurants begeistert – „Bock auf Alp Languard“? – bravo!





Wir fuhren mit dem Sessellift zurück nach Pontresina – der hat unten sogar eine Kurve! Beim Aussteigen muss man besonders vorsichtig sein, aber das Personal vor Ort ist bereits zur Stelle, um einem zu helfen, sicher und schnell auszusteigen.



Nach diesem Erlebnis spazierten wir durch das Zentrum von Pontresina zurück zu unserer Unterkunft, dem Hotel Engadinerhof, um uns vor unserem nächsten Abenteuer auszuruhen.


Zusammenfassung
Der Panoramaweg ist einer der bekanntesten Aussichtswege im gesamten Engadin. Sein Reiz liegt nicht in einem anspruchsvollen Aufstieg oder dem Erreichen des Höhepunkts, sondern darin, dass man fast auf der gesamten Strecke den Blick auf das Bernina-Massiv und die Engadiner Seen genießen kann. Der Höhenunterschied ist minimal, sodass man die Landschaft in vollen Zügen genießen kann.
- Der Weg ist etwa 6 Kilometer lang und die Wanderung dauert etwa 2–2,5 Stunden. Obwohl er mehr oder weniger der Höhenlinie folgt, ist das Gelände unbefestigt, sodass er definitiv nicht für einen Kinderwagen geeignet ist.
- Entlang der Wanderung gibt es nur sehr wenig Schatten. Im Sommer solltet ihr unbedingt reichlich Wasser, Sonnencreme und eine Kopfbedeckung mitnehmen.
- Obwohl der Weg nicht schwierig ist, rate ich davon ab, ihn bei Nässe zu begehen, da insbesondere der felsige Abschnitt sehr rutschig und gefährlich sein kann.
- Details zum Weg und zum Höhenprofil findet ihr hier.
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