Wandern mit Kindern: Geopfad Wiriehorn und Trottinett-Abfahrt im Naturpark Diemtigtal

Ich muss zugeben, dass Geologie nie zu meinen Lieblingsfächern gehörte. Als ich im Gymnasium war und mich entscheiden musste, welche Fächer ich für meine Abschlussprüfungen wählen sollte, war ich kurzzeitig von Geografie angetan. Es machte mir Spaß, etwas über Länder, Städte und Kulturen zu lernen und davon zu träumen, die Welt zu bereisen. Doch dann stellte ich fest, dass es bei der Prüfung nicht nur um Landkarten und interessante Fakten über nahe oder ferne Länder ging, sondern auch um Geologie, Gesteine, die Entstehung von Gebirgszügen und Geomorphologie. Und der Gedanke, dass ich Gesteine studieren würde, statt einen Besuch des Empire State Buildings in New York zu planen, hat mich damals definitiv von Geografie abgeschreckt.

Umso größer war meine Überraschung auf dem Geopfad rund um das Wiriehorn. Es stellte sich heraus, dass Geologie nicht nur langweiliger Schulstoff sein muss, sondern auch eine faszinierende Geschichte der Landschaft sein kann, durch die man wandert. Und wenn man zur richtigen Zeit hierher kommt, erwartet einen nicht nur Geologie. Während unseres Besuchs standen die Bergwiesen im Naturpark Diemtigtal in voller Blüte, mit Wildblumen, sodass wir zusätzlich zur geologischen Exkursion auch eine ungeplante Botaniklektion genossen.

Geopfad Wiriehorn Routeplan

Der Geopfad Wiriehorn ist etwa 9,1 km lang und in etwa 3,5 Stunden zu bewältigen. Wer die Route um den Aufstieg zum Gipfel des Wiriehorns (2.304 m ü. M.) erweitern möchte, sollte zusätzlich 2 × 1,3 km und etwa 1,5 Stunden einplanen. Die Gesamtlänge der Rundwanderung erhöht sich dann auf 11,7 km.

Vergiss nicht, dir an der Talstation die Informationsbroschüre mitzunehmen – sie erklärt an den 18 Stationen die Entstehung der lokalen Landschaft, der Felsen, Täler, Gletscherformationen und Böden. Der Weg ist auf den Wegweisern mit der Nummer 322 markiert.

Praktische Informationen: Parken und die Wiriehorn-Sesselbahn

Ausgangspunkt der gesamten Route ist das Wiriehorn-Gebiet im Naturpark Diemtigtal, das von Bern aus über die Autobahn A6 in einer angenehmen 40-minütigen Fahrt zu erreichen ist. Nimm die Ausfahrt Zweisimmen und biege nach etwa 7 km links in Richtung Naturpark Diemtigtal ab. Parke direkt an der Talstation der Sesselbahn. Das Parken ist gebührenpflichtig und kostet 5 CHF für den ganzen Tag. Die Bezahlung ist über Twint, die Parking Pay App oder bar am Automaten möglich.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit dem Zug bis zur Station Oey-Diemtigen, dann mit dem Postauto Linie 250 bis zur Haltestelle Riedli, Talstation Wiriehorn.

Wir sind mit der Sesselbahn hinaufgefahren. Für Inhaber eines Magic Pass ist die Fahrt mit den Wiriehornbahnen im Preis inbegriffen.

Wenn du keinen Magic Pass hast, kostet eine einfache Fahrt 14 CHF für Erwachsene, 6 CHF für Kinder, und Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos. Wenn du planst, mit Trottinetts ins Tal zurückzufahren, brauchst du nur eine einfache Fahrt hinauf.

An der Bergstation der Seilbahn kann man Trottinette oder grössere Monstertrotti mieten. Wir entschieden uns für die klassische Variante, die für die Fahrt ins Tal völlig ausreichte. Die Trottinettmiete kostet 13 CHF pro Fahrt, 22 CHF für zwei Fahrten und 28 CHF für drei Fahrten. Wer die robusteren Monstertrotti mit grösseren Rädern bevorzugt, zahlt 16 CHF für eine Fahrt, 26 CHF für zwei Fahrten oder 34 CHF für drei Fahrten. Die angegebenen Preise gelten nur für die Trottinettmiete und umfassen nicht die Fahrt mit der Sesselbahn.

Der Geopfad, Schritt für Schritt

Nachdem wir aus der Seilbahn ausgestiegen waren, mussten wir zunächst etwa einen Kilometer auf einer asphaltierten Strasse laufen. Diese Strasse wird von Wanderern, Bikern und Trottinettfahrern genutzt, die zurück ins Tal fahren; daher ist es wichtig, besonders auf Kinder zu achten. Unterwegs kamen wir auch an einer Station eines kürzeren Themenpfads für jüngere Kinder vorbei, dem Schatzpfad, sodass meine Tochter unbedingt nachsehen musste, was es dort zu entdecken gab.

Glücklicherweise dauert die asphaltierte Strasse nicht lange. Bald biegt man auf einen Bergpfad ab, der sich langsam bergauf schlängelt. Nach dem ersten Anstieg öffnet sich der Weg zu weiten Bergwiesen im Gebiet Bodeflue, wo man weiter bergauf geht. Hier haben wir nicht nur die Aussicht, sondern auch die blühende Bergflora in vollen Zügen genossen. Wenn man im Frühsommer hierher kommt, findet man einen wahren botanischen Naturgarten voller Bergblumen.

Nach diesem Abschnitt des Wanderwegs beginnt die Landschaft dramatisch zu verändern. An einer der Stationen entlang des Geopfads wird erklärt, warum es hier häufig zu Erdrutschen kommt. Wir erfuhren, dass die Kombination aus steilen Hängen, feinkörnigem Grundgestein und Wasser dazu führt, dass sich bestimmte Teile des Geländes langsam und kontinuierlich verschieben.

Am Aussichtspunkt Wirie legten wir eine kurze Snackpause ein, da der nächste Abschnitt des Aufstiegs noch vor uns lag. Hier verändert sich die Landschaft erneut. Stellenweise sieht es fast aus wie eine Mondlandschaft.

An der Wegweiser Nr. 9 kann man zum Wiriehorn (2.304 m) abbiegen. Wir hatten diese Option ursprünglich ins Auge gefasst, doch da sich das Wetter bald verschlechtern sollte – und man in den Bergen besser kein Risiko eingeht –, beschlossen wir, auf dem Rundweg weiterzugehen. Zumindest haben wir nun einen Grund, eines Tages wieder hierherzukommen.

Murmeltier, Feuchtgebiete und Bergwiesen

Wir stiegen dann zum Pass hinauf, wo wir überrascht waren, noch Schneeflecken zu finden. Was uns jedoch noch mehr freute, waren die Murmeltiere. Wir sahen mehrere von ihnen direkt am Wegesrand, und das war zweifellos einer der Höhepunkte der gesamten Wanderung.

Mit Posten Nummer 11 erreichten wir den höchsten Punkt der Rundwanderung, und von dort an führte der Weg grösstenteils bergab. An einigen Stellen ist es ziemlich steil, daher würde ich zur Sicherheit auf jeden Fall Wanderstöcke empfehlen.

Allmählich tauchten wir in eine Welt ein, die sich wie eine völlig andere anfühlte. Die trockenen, felsigen Hänge wichen Feuchtgebieten und feuchten Wiesen. Die Station Nr. 12 ist dem örtlichen Flachmoor gewidmet. In der Broschüre wird erklärt, dass das Wasser hier nirgendwo abfliessen kann, sodass der Boden ständig durchnässt bleibt und sich nach und nach eine Torfschicht bildet. Dank dieser Bedingungen gedeihen hier Pflanzen, die man auf einer typischen Bergwiese nicht findet.

Kurz darauf erreichten wir die Station, an der früher Kalk gebrannt wurde. Ich muss zugeben, dass dies einer der Orte war, die mich am meisten überrascht haben. Vor mehr als 200 Jahren stand hier ein Kalkofen, in dem Kalkstein gebrannt wurde. Der so gewonnene Kalk wurde dann zur Herstellung von Zement verwendet, aus dem Berghütten und andere Gebäude in der Region gebaut wurden.

Von da an ging es grösstenteils bergab. Plötzlich erkannte ich wieder Orte, an denen wir früher schon einmal Ski gefahren waren. Der Weg verläuft teilweise entlang der Skipisten, und nachdem wir das Gebiet Schwarzenberg durchquert hatten, erreichten wir ein Bergrestaurant, von dem aus es etwa zehn Minuten gemächlichen Fusswegs auf einer asphaltierten Strasse zurück zum Ausgangspunkt an der Bergstation der Sesselbahn in Nüegg waren. Doch unser Tag auf dem Wiriehorn war noch lange nicht zu Ende.

Mit dem Trottinett hinunter ins Tal

Anstatt mit dem Sessellift hinunterzufahren, mieteten wir uns Trottinette und hatten eine rund sechs Kilometer lange Abfahrt ins Tal vor uns. Der perfekte Abschluss eines Tages im Naturpark Diemtigtal.

Fazit und Empfehlungen

  • Wenn ihr euch für diese Route entscheidet, empfehle ich feste Wanderschuhe und Wanderstöcke.
  • Insbesondere der Abstieg vom höchsten Punkt der Rundwanderung kann ziemlich steil und bei Nässe rutschig sein. Nach Regen würde ich mich nur mit grosser Vorsicht auf den Weg machen.
  • Wenn ihr mit jüngeren Kindern zum Wiriehorn aufbrechen wollt, empfehle ich, mit dem einfachen, etwa 2,5 Kilometer langen „Schatzpfad“ zu beginnen
  • Die Gegend um das Wiriehorn ist unter Mountainbikern sehr bekannt; hier gibt es eigene Downhill-Strecken.
  • Und wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, empfehle ich euch auf jeden Fall, den Tag so ausklingen zu lassen, wie wir es getan haben – mit einer Trottinettfahrt zurück ins Tal. Die sechs Kilometer lange Strecke ist eine tolle Belohnung nach der Rundwanderung und war für unsere Kinder eines der Highlights des Tages.

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Kategorien: Das Beste vom Kanton Bern, Wandern
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Autorin

Hana Hurábová

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