Olten kann mehr als nur Bahnhof: Eine wunderschöne Wanderung zum Sälischlössli und nach Aarburg

Olten. Eine Stadt, die die meisten Menschen vor allem als Umsteigebahnhof kennen. Und Zyniker würden vielleicht hinzufügen, dass es hier, abgesehen von diesem wichtigen Bahnhof, eigentlich nichts zu sehen und nichts zu tun gibt. Für uns ist Olten längst nicht mehr nur ein Umsteigebahnhof. Das Eishockey bringt uns immer wieder hierher, und ich glaube, ich habe die Stadt aus einer anderen Perspektive kennengelernt: ihr historisches Zentrum mit seiner angenehmen Atmosphäre, die überdachte Holzbrücke über die Aare und einer der schönsten Weihnachtsmärkte der Schweiz. Ausserdem beginnt nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt eine Wanderung, auf der man wilde Tiere begegnet, zu einem Märchenschloss mit Aussicht hinaufsteigt, die Ruinen einer mittelalterlichen Burg entdeckt und zum Abschluss einen Spaziergang entlang der Aare macht. Nach dem Lesen dieses Artikels wirst du definitiv wissen, was man in Olten unternehmen kann.

Startpunkt der Wanderung – Bahnhof Olten

Es gibt nichts Schöneres, als die Wanderung direkt am Ankunftsort zu beginnen, ohne vorher noch irgendwo hinfahren zu müssen. Hier kommen Züge aus allen Ecken der Schweiz an, und die Route beginnt direkt am Bahnhof. Wenn du mit dem Auto anreist, kannst du direkt neben dem Bahnhof auf dem Parkplatz Bahnhofplatz parken, allerdings gibt es dort nur 16 Stellplätze. Wenn du näher am historischen Zentrum parken möchtest, kannst du den grossen Parkplatz Schützenmatt, Dünnern (Schützenmattweg 18, 4600 Olten) nutzen.

Wildpark Mühletäli – die erste Station, die Kinder begeistern wird

Wie bereits erwähnt, beginnt die Route direkt am Bahnhof, aber wenn man sich zur „Rückseite“ des Bahnhofs begibt, gelangt man auf die Martin-Disteli-Strasse und spaziert durch ein schönes Wohnquartier. Nach etwa 20 Minuten Fussweg erreicht man den Wildpark. Der kleine, aber sehr beliebte Wildpark Mühletäli ist seit 1951 Teil des örtlichen Erholungsgebiets. In diesem kleinen Waldpark kann man Damwild, Sikahirsche, Ziegen, Waschbären, Lamas und Alpakas beobachten. Informationstafeln an jedem Gehege vermitteln Kindern und Erwachsenen zudem interessante Fakten über die verschiedenen Tierarten.

Aber das Highlight für die Kinder ist ganz sicher das Füttern der Tiere. Im Park gibt es einen Futterautomaten – man braucht nur eine 1-CHF-Münze, um Futter zu kaufen, das speziell für die Tiere des Parks bestimmt ist. Und die fressen einem buchstäblich aus der Hand.

Säli-Schlössli – einer der schönsten Aussichtspunkte auf Olten

Vom Park aus geht es weiter – den Bach überqueren (dort befindet sich auch eine Feuerstelle) und dem sanften Hang durch den Wald folgen, dabei immer am Bach entlang. Nach dem Überqueren einer weiteren Brücke erwartet dich ein steilerer Anstieg. Aber die Aussicht auf Olten wird dich dafür belohnen. In etwa einer halben Stunde (1,6 km) erreichst du das Sälischlössli.

Das heutige märchenhafte Sälischlössli wurde ursprünglich nicht als romantisches Schloss erbaut. Seine Geschichte reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, als hier die Burg Neu-Wartburg stand, die von den Herren von Ifenthal erbaut worden war. Beide Burgen – Neu-Wartburg und die nahegelegene Alt-Wartburg – wurden 1415 während der Eroberung des Aargaus durch bernische Truppen niedergebrannt. Während die Alt-Wartburg eine Ruine blieb, wurde die Neu-Wartburg später restauriert und zwischen 1870 und 1871 zum romantischen Bauwerk umgebaut, das wir heute als Sälischlössli kennen. Heute beherbergt es ein beliebtes Restaurant für Tagesausflügler. Wenn man das Glück hat, an einem klaren Tag hierherzukommen, bietet die Terrasse einen Panoramablick, der von den umliegenden Hügeln bis zu den Alpengipfeln reicht.

Ein kurzer Abstecher zur Ruine Alt-Wartburg

Nur wenige Gehminuten vom Sälischlössli entfernt liegt die Ruine der Alt-Wartburg. Und obwohl sie von ihrem berühmteren Nachbarn in den Schatten gestellt wird, lohnt sich ein kurzer Abstecher auf jeden Fall. Das ältere der beiden Schlösser wurde wahrscheinlich bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut. Nach ihrer Zerstörung im Jahr 1415 wurde sie nie wieder aufgebaut, und genau deshalb kann man heute authentische Überreste mittelalterlicher Befestigungsanlagen bewundern. Teile der massiven Mauern sind erhalten geblieben und vermitteln einen Eindruck davon, wie imposant das Bauwerk einst war.

Anschließend geht es auf dem Wanderweg weiter in Richtung Aarburg. Unterwegs kommt man an einem weiteren Picknickplatz vorbei, und ein Schild weist darauf hin, dass man sich im Naturschutzgebiet Säliflue–Wartburg–Heideloch–Looweiher befindet. Dieses Naturschutzgebiet wurde im Jahr 2014 gegründet und erstreckt sich über fast 74 Hektar.

In Naturschutzgebieten wie diesem darf sich der Wald ohne konventionelle Waldbewirtschaftung natürlich entwickeln – alte und abgestorbene Bäume bleiben stehen und schaffen wertvollen Lebensraum für viele Pflanzen-, Pilz- und Tierarten.

Am nächsten Wegweiser kannst du wählen, ob du zum Bahnhof gehen oder weiter in die Stadt Aarburg wandern möchtest.

Aarburg – eine kleine Stadt mit einer reichen Geschichte

Wenn man aus dem Wald herauskommt, kommt ein weiteres Wahrzeichen der gesamten Route in Sicht – die imposante Festung Aarburg, die hoch über der gleichnamigen historischen Stadt thront. Die Festung, deren Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht, dient heute als kantonales Jugendheim. Dennoch kann man ihr Gelände erkunden – von April bis Oktober finden hier jeden Samstag um 14 Uhr öffentliche Führungen statt.

Und genau hier erwarten Sie mehrere Sehenswürdigkeiten. Die erste ist Aarewoog, ein einzigartiges Naturphänomen, bei dem sich dank der besonderen Form des Flussbettes und der Strömung der Aare ein starker Strudel sowie eine Gegenströmung bilden. Dieses Wasserphänomen ist einzigartig und steht seit 1985 als Teil der Schweizer Liste wertvoller Landschaften unter Schutz.

Die zweite Sehenswürdigkeit ist der Mozart-Weg. Nur wenige wissen, dass Wolfgang Amadeus Mozart während seiner großen Europareise im Jahr 1766 mit seiner Familie durch die Schweiz reiste und dabei auch durch Aarburg führte. Heute erinnern Informationstafeln in der Stadt an diese historische Reise.

Rückweg entlang der Aare zurück nach Olten oder mit dem Zug

Dieses Mal haben wir uns entschieden, von Aarburg aus mit dem Zug nach Olten zurückzufahren. Ich gebe zu, dass ich den Kindern nicht noch eine weitere historische Stätte zumuten wollte – ich hatte Aarburg bereits bei meinem Besuch im Frühling erkundet (ja, unser Sohn hat im nahegelegenen Oftringen Fussball gespielt). Wenn du die Wanderung um etwa 5 Kilometer verlängern möchtest, kannst du entlang der Aare nach Olten zurücklaufen.

Praktische Informationen

  • Die Strecke von Olten nach Aarburg ist etwa 7 Kilometer lang.
  • Die Strecke ist nicht für Kinderwagen geeignet. Sie ist jedoch leicht zu bewältigen, sodass auch kleinere Kinder sie gut meistern können.
  • Entlang der Strecke gibt es mehrere Picknickplätze.
  • Bei schönem Wetter kann man nach der Wanderung das örtliche Schwimmbad in Olten besuchen, das auch eine Rutsche hat.

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Kategorien: Schlösser, Wandern
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Autorin

Hana Hurábová

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