Leben in der Schweiz: 10 Dinge, die man in Reiseführern nicht findet

Im Ausland zu leben bedeutet, verschiedene Situationen zu erleben. Manchmal geht es einfach, manchmal braucht es Zeit, kleine Dinge zu verstehen, die nur die Einheimischen kennen. Im letzten Jahr unseres Lebens in der Schweiz habe ich mehr Material gesammelt, um meinen (übrigens ziemlich erfolgreichen) Beitrag “Leben in der Schweiz: 10 Dinge, die dir niemand vorher sagt” zu verlängern. Was habe ich sonst noch erlebt, dass ihr wahrscheinlich in keinem Reiseführer oder Broschüren für Neuankömmlinge finden werdet?

1. Morgen- und Abendgrüße

Wenn ihr morgens oder vormittags (zwischen 10 – 11 Uhr) jemanden trefft, vergesst das obligatorische “Grützi” oder “Grüessech” und grüßt “Guten Morgen” (“Guete Morge” oder füllt irgendeinen Dialekt aus). Auf der anderen Seite ist es üblich, bereits plus-minus um 16:30 Uhr “Guten Abend” zu begrüßen.

2. Grüße in “Gemeinschaften”

Wenn eure Hobbys Joggen oder Radfahren sind, wurdet ihr vielleicht während eures Trainings mit dem informellen “hallo” oder “salü / sali” (was aus dem französischen Wort “salut” kommt) begrüßt. Als der lokal “Lauf-Matador” mich so begrüßte, wäre ich fast in die Emme gestürzt. Normalerweise ist diese Begrüßung denjenigen vorbehalten, die ihr gut kennt. Nun, in der Gemeinschaft zu sein ist wie ein Teil der Familie zu sein 🙂

3. Was ist ein typisches Schweizer Tier?

Grasende Kühe auf grünen Wiesen der Alpen oder Lamas in Zäunen? Ganz überraschend findet man in fast jedem Dorf (von unseren Nachbardörfern) mindestens eine Lamas-Farm. Sie werden nicht nur für Wolle und Fleisch gezüchtet, sondern auch für Coaching oder das sogenannte Lama-Trekking benutzt.

4. Die Schweizer sind ansonsten Katzenliebhaber

Während des Laufens treffe ich viele dieser edlen Tiere. Aber aufgepasst! Sie sind keine Straßenkatzen! Sie sind gut gefüttert, mit einem Kragen und einer Marke.

5. Montag ist Ruhetag (und manchmal Mittwoch auch)

In einigen Geschäften ist es montags (und manchmal mittwochs) geschlossen. Das sind Läden wie Optik, Kurzwaren, Papeteries, Coiffeurs usw. (aber manchmal auch Restaurants!) eher in kleineren Städten. Sie kompensieren wahrscheinlich die Tatsache, dass sie samstags bis 15 Uhr (manchmal bis 17 Uhr) geöffnet sind.

6. In der Schweiz ist Rauchen an Bahnhöfen und Bushaltestellen erlaubt

Auf der anderen Seite ist Rauchen in Restaurants nicht erlaubt. Doch selbst bei dieser gesundheitsschädlichen Aktivität können die Schweizer den angeborenen Ordnungssinn nicht leugnen. Ihr könnt kaum Kippen auf dem Boden finden (wie wir es in Rom erlebt haben).

7. Ein Coiffeur befindet sich an jeder Ecke

Manchmal scheint es, dass es in jeder Straße des kleinsten Dorfes mindestens einen Coiffeursalon gibt. Und neue eröffnen sich noch. Ich finde es ziemlich überraschend, wenn man das Preisniveau von lokalen (nicht nur) Coiffeurdienstleistungen berücksichtigt.

8. Gleiche Preise

Egal, ob ihr auf einem Dorffest oder in einem Skigebiet seid, ein Hot Dog kostet 5 Franken und auch eine Flasche Bier (aber natürlich gibt es auch Ausnahmen).

9. Das Scannen von Preisschildern an der Kasse ist fast schon ein gesellschaftliches Ereignis

Das Scannen eurer Einkaufsartikel in den Schweizer Lebensmittelketten Migros und Coop ist kein Rennen in der Anzahl der gescannten Artikel pro Sekunde (wie wir von Lidl oder Aldi kennen), sondern fast ein gesellschaftliches Ereignis. Ihr könnt eine höfliche Unterhaltung mit einer Verkäuferin führen, während sie eure Artikel manchmal sehr sorgfältig in die Tasche legt. Oftmals macht sie ein Kompliment für eure Make-up oder euren neuen Haarschnitt und bietet eurem Kind dann eine Süßigkeit an.

10. Apéro ist eine Sache!

Über soziale Ereignisse sprechen: Anders als in anderen Kulturen, wo Nachbarn sich neuen Mietern vorstellen (und schließlich ein kleines Willkommensgeschenk mitbringen), müsst ihr euch in der Schweiz bei einem Umzug in eine neue Wohnung/Haus euren Nachbarn vorstellen. Aber das Beste, was ihr tun könnt, ist ein “Apéro” – eine Willkommensparty. Wenn ihr euch nicht wohl fühlt, werft ihr einfach eine Karte in den Briefkasten eurer Nachbarn, wo ihr euch und eure Familie vorstellen könnt.

Abschließend möchte ich noch einen Punkt erinnern, den ihr in den Reiseführern lesen könnt, aber es wird nicht schaden, ihn noch einmal zu wiederholen, um einen Fauxpas zu vermeiden: In der Schweiz reden die Leute nicht über Geld! Es ist ein Tabu, nach dem Lohn zu fragen oder wie viel kosteten die Ferien. Es ist nur ein No-Go!

 

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