Velotour rund um den Bielersee: Eine 43 km lange, gemütliche Veloroute

Es scheint, als hätten wir in letzter Zeit richtig Gefallen am Velofahren um Seen gefunden. Deshalb haben wir uns dieses Mal aufgemacht, einen weiteren See zu erkunden – den Bielersee. Er ist einer von drei Seen, die zusammen mit dem Neuenburgersee und dem Murtensee die Region bilden, die als „3-Seen-Land“ bekannt ist. Die gesamte Strecke um den See herum beträgt etwa 43 Kilometer, was an einen Marathon erinnert. Aber auch wenn ich gerne laufe, würde ich diese Strecke viel lieber mit dem Velo zurücklegen als zu Fuss.

Bielersee

Der Bielersee liegt an der Grenze zwischen den Kantonen Bern und Neuenburg; er ist etwa 15 km lang und bis zu 4 km breit. Die Wassertemperatur im See gehört im Sommer zu den angenehmsten in der Schweiz. Das Nordufer (insbesondere rund um Twann und Ligerz) ist eines der wichtigsten Weinanbaugebiete der Region.

Startpunkt der Route: Nidau

Die Velotour um den Bielersee kann man praktisch überall beginnen – das hängt ganz davon ab, woher man kommt.

Wir haben uns für Nidau entschieden, genauer gesagt für den Parkplatz beim Strandbad. Entlang des gesamten Sees gibt es ähnliche Parkplätze, sodass du deine Route und die Organisation ganz einfach anpassen kannst. Denk aber daran, dass diese während der Saison sehr stark frequentiert und schnell besetzt sind – es lohnt sich, früh am Morgen loszufahren (als wir am Nachmittag zum Auto zurückkehrten, gab es keinen Parkplatz mehr, und die Hochsaison hatte noch nicht einmal begonnen).

Wenn ihr mit dem Zug anreisen möchtet, verläuft eine Bahnlinie entlang des Nordufers des Sees zwischen Biel und Neuenburg, was nicht nur für die Anreise nützlich ist, sondern auch als „Plan B“, falls ihr oder die Kinder die Strecke als zu lang empfindet und sie verkürzen möchtet. Oder vielleicht entscheidet ihr euch, ein oder zwei Gläser Wein in einem der vielen lokalen Weinkeller zu trinken und aus Sicherheitsgründen nicht mit dem Velo weiterzufahren.

Entlang des Südufers des Bielersees

Von Nidau aus machen wir uns auf den Weg entlang des Südufers des Sees – über die Brücke über den Nidau-Büren-Kanal und weiter am Ufer entlang. Dieser Abschnitt eignet sich perfekt für den Einstieg. Er ist flach, leicht zu bewältigen, bietet Ausblicke auf den See und – das Beste von allem – es gibt hier zahlreiche Campingplätze, wie zum Beispiel in Sutz-Lattrigen oder Gerolfingen.

Wasserkraftwerk Hagneck

Der Bielersee spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Wasserstands in der gesamten Region – er ist mit der Aare verbunden, die durch ihn fliesst. Deshalb ist das Wasserkraftwerk Hagneck ein interessanter Zwischenstopp. Es gibt hier sogar ein Besucherzentrum – ich sah zwei Busse dort stehen, also habe ich mir sofort einen möglichen Ausflug dorthin vorgemerkt. In der Nähe des Kraftwerks gibt es Informationstafeln, die erklären, wie und wann es gebaut wurde, und sogar eine „Lernecke“ über die Fische und anderen Bewohner des Sees. Und als Bonus kann man über den Damm fahren. Von dort aus geht es weiter nach Lüscherz auf einem angenehmen Weg am Waldrand entlang; von Lüscherz nach Erlach verläuft ein Radweg parallel zur Hauptstrasse.

Erlach

Erlach ist eine historische Kleinstadt im Kanton Bern, die direkt am Westufer des Bielersees liegt. Sie wurde 2015 als eines der schönsten Dörfer der Schweiz ausgezeichnet. Sein Wahrzeichen ist das aus dem 11. Jahrhundert stammende Schloss, das über der gut erhaltenen Altstadt thront und schon von Weitem sichtbar ist.

Man kann einen Spaziergang durch das historische Zentrum unternehmen oder die Route mit einem kurzen Abstecher zur St. Petersinsel verschönern, die eigentlich eine Halbinsel ist und vor allem durch den Philosophen Jean-Jacques Rousseau während seines Aufenthalts dort im Jahr 1765 berühmt wurde. Das Highlight der Gegend ist das historische Gelände eines ehemaligen Klosters, das heute als stilvolles Hotel und Restaurant dient und von Weinbergen sowie einem Naturschutzgebiet umgeben ist.

Und wenn ihr zu denen gehört, die Grand Tour of Switzerland-Fotorahmen „sammeln“, macht euch bereit – vor euch liegt noch etwa ein Kilometer bergauf durch den Wald. Es ist ein kurzer Abstecher, aber die Aussicht ist es wert.

Le Landeron

Von Erlach aus fuhren wir weiter in Richtung Le Landeron. Dieses kleine Städtchen – das bereits im Kanton Neuenburg liegt – hat mich mit dem malerischen Charme seiner Altstadt buchstäblich umgehauen. Wie kommt es, dass sie als eine der schönsten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte des Landes bekannt ist und ich bis jetzt noch nie von ihr gehört habe? Die Altstadt, durch die wir fuhren, hat einen einzigartigen Grundriss, bestehend aus einer einzigen breiten Hauptstrasse (Bourg), die auf beiden Seiten von befestigten Toren eingerahmt wird.

La Neuveville

Ein paar Kilometer weiter kamen wir in La Neuveville an, wo wir zum Mittagessen Halt machten. Die Pizzeria Mami mitten im Zentrum war eine gute Wahl. La Neuveville hat auch einen schönen Strand und sogar viele Feuerstellen – perfekt für ein Picknick. Dann fuhren wir weiter am Nordufer des Bielersees entlang.

Entlang des Nordufers des Sees

Wir setzten unsere Fahrt dann entlang des Nordufers des Sees fort. Zwischen Ligerz und Twann verläuft die Strecke auf der Straße. Dort fanden Straßenbauarbeiten statt, und der Verkehr wurde durch Ampeln geregelt, daher ist hier auf jeden Fall Vorsicht geboten. In Twann, in der Nähe des Bahnhofs, zögerten wir einen Moment und überlegten, ob wir auf der Hauptstrasse weiterfahren oder am See entlangradeln sollten. Ein freundlicher Mann riet uns wegen des starken Verkehrs davon ab, die Strasse zu nehmen; stattdessen schlug er vor, unter der Eisenbahnbrücke hindurchzufahren und dann auf den Weg um den See herum zu fahren. Dieser Weg ist jedoch auch ein Wanderweg und an manchen Stellen recht schmal. Daher bitte rücksichtsvoll und vorsichtig fahren. Nach 40 Kilometern war Biel bereits in Sicht, und wir kehrten gemütlich zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Zusammenfassung und praktische Tipps

  • Die Rundtour um den Bielersee ist etwa 43 Kilometer lang.
  • Dank des flachen Geländes würde ich mich auch mit Kindern ohne zu zögern darauf begeben – zumal man die Strecke jederzeit abkürzen und in den Zug umsteigen kann.
  • Während unserer Tour sind wir sogar Eltern mit kleinen Kindern in Fahrradsitzen begegnet. Was ich jedoch in Betracht ziehen würde, ist ein Fahrradanhänger (z. B. ein Croozer), da der Abschnitt von Twann nach Biel rund um den See sehr schmal war (etwa eine Betonbrücke; dort gibt es keine wirkliche Möglichkeit, auszuweichen). Wenn man diesen Abschnitt vermeiden möchte, müsste man eine stärker befahrene Straße nehmen (wenn auch mit Velospur), was nicht gerade angenehm ist.
  • Im Sommer sollte man auf keinen Fall die Badesachen vergessen. Es gibt unterwegs so viele Stellen, an denen man zum Schwimmen anhalten kann, dass es schade wäre, sie nicht zu nutzen.

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Kategorien: Das Beste vom Kanton Bern, im Kanton Bern, Seen, Sommer, Velofahren
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Autorin

Hana Hurábová

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