„Kalligraphie erfordert Geduld und Ausdauer“, sagt Rita Kämpfer.

Künstlerin Rita Kämpfer kommt aus dem Kanton Aargau, verbrachte die meiste Zeit ihres Lebens jedoch in Kirchberg im Kanton Bern, wo sie nach der Hochzeit hinzog. Mehrere Jahrzehnte hat sie der bildenden Kunst gewidmet, vor allem der Kalligraphie und dem Malen von Aquarellen. Und über Kunst redeten wir bei unserem Treffen.

Wo haben Sie sich die Techniken angeeignet?

Ich absolvierte 22 Semester an der Kunstgewerbeschule in Bern, wo ich einen Kurs in Kalligraphie besuchte. Dort traf ich andere Frauen mit ähnlichen Interessen, und gemeinsam haben wir uns jede Woche einen ganzen Tag zu Weiterbildung in Malen und Zeichnen getroffen. Wir haben uns gegenseitig angespornt und unterstützt. Wir waren sechs, und unsere Zusammenarbeit dauerte unglaubliche 12 Jahre!

Was oder wer hat Sie dazu gebracht, sich auf die bildende Kunst zu konzentrieren?

Als die Kinder aus dem Haus gegangen waren, suchte ich etwas, um die Zeit aus zu füllen und etwas, was mir Freude macht.

Was bedeutet Kunst für Sie?

Ich strebe nicht Kunst an, sondern führe aus, was mir Freude macht. Ich führe auch alte Traditionen weiter: z.B. Taufscheine, Ostereier, Weihnachtskarten oder Papier-Falttechnik.

Welche Kunst-Technik haben Sie persönlich am liebsten und warum?

Wahrscheinlich Kalligraphie, was lange Studien erfordert. Einzelne Fonts sind von Jahrhundert zu Jahrhundert verschieden, sie unterscheiden sich auch in der Struktur des Papiers, auf dem die Arbeit erstellt wurde.

Welche Technik war für Sie die größte Herausforderung und warum?

Wie ich bereits erwähnt habe, ist dies eindeutig die Kalligraphie. Sie erfordert viel Geduld und Ausdauer.

Gibt es eine Technik, die Sie ausprobieren oder lernen möchten?

Nein, ich widme mich dem, was ich bereits kann und geniesse es!

Woher nehmen Sie die Inspiration für Ihre Arbeit?

Ich komme aus dem Kanton Aargau, aber nach der Heirat zog ich nach Kirchberg, und die Umgebung hat mir gefallen. Vor allem Bauernhöfe, die wegen ihrer charakteristischen Architektur interessant sind. Ich habe angefangen, die nähere Umgebung mit Aquarell auf Papier zu bringen. Selbst jetzt, wenn ich ein schönes Objekt sehe, spornt es mich an, dieses zu malen.

Ich liebe es, in Ihrem Buch zu blättern, die Illustrationen, resp. die Verkleinerung Ihrer Werke sind wunderschön. Wo entstand die Idee, ein Buch zu veröffentlichen?

Ich hatte 80 Bilder von meiner Umgebung „in der Schublade“, zuerst habe ich über eine Ausstellung nachgedacht, aber ich mich dann entschlossen, alles in einem Buch zusammenzufassen. Neben Bildern von lokaler Natur und Architektur finden Sie hier die Texte traditioneller lokaler Lieder und Gedichte transkribiert und in Kalligraphie dargestellt.

Woran arbeiten Sie zur Zeit?

Ich musste vor kurzem mehrere Wochen im Krankenhaus verbringen, wo ich viel freie Zeit zum Malen hatte. So habe ich eben ein Winterbild von Koppigen fertig gestellt und machte ein paar kleinere Papierfalt-Arbeiten. Jetzt kommt der bestellte Taufschein hinein, die hier in der Schweiz traditionell der Pate seinem Patenkind gibt.

Wenn jemand in die schönen Künste einsteigen möchte, welche Technik würden Sie einem Anfänger empfehlen?

Irgendwo einsteigen. Man merkt bald, ob es einem zusagt: Aquarell, Acryl, Öl, Kreide, Bleistift, Feder oder Farbstift.

Versuchen Sie, die Liebe zur Kunst an Ihre Enkelkinder weiter zu geben?

Ja, ich gebe ihnen mein Wissen sehr gerne weiter. Bei jeder Gelegenheit und in freien Momenten versuche ich, mit ihnen kreativ tätig zu sein. Ich zeige ihnen die Technik, und sie versuchen es dann selbst. Ich versuche auch, die Kinder darauf aufmerksam zu machen, nicht nur zu schauen, sondern auch zu erfassen, wahrzunehmen, was man sieht. Jedes Enkelkind hat seinen eigenen Ordner, wo sie ihre Kreationen hineinlegen können.

Dieses Gespräch ist für die Zeitschrift “Zpravodaj” (Reporter), welche für Tschechen und Slowaken in der Schweiz herausgegeben wird. Gibt es einen Ort in Ihrem Heimatland, den Sie für einen Besuch empfehlen?

Da gibt es viele 🙂 Unsere Berge bieten immer Anlass zum Staunen, selbst für eine Einheimische!

Tschechische Spuren

Vielen Dank für das Korrekturlesen Frau Claudia Kuhnert.

 

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