Fricktaler Chriesiwäg: Frühlingswanderung im Jurapark Aargau

Ihr werdet mir wahrscheinlich zustimmen, dass jeder den Frühling mag, vor allem weil alles in der Natur nach dem Winter endlich anfängt zu blühen (ok, diejenigen von euch, die unter Heuschnupfen leiden, verfluchen mich wahrscheinlich unter den Lippen, aber vielleicht hört ihr deswegen nicht auf, die folgenden Zeilen zu lesen 😉). Den blühenden Frühling kann man in der Schweiz an vielen Orten feiern, über einige habe ich hier, hier und hier auf dem Blog schon geschrieben. Diesen Frühlingsweg kannte ich schon länger, und ich habe mich sehr gefreut, als wir ihn mit jüngeren Kindern absolvieren konnten (ein bisschen ungeplant, aber das ist eine andere Geschichte). Ich spreche von einem Weg voller blühender Kirschbäume “Chriesiweg” im Jurapark Aargau.

Anreise

Die Route beginnt in dem kleinen Dorf Gipf-Oberfrick in der Nordschweiz, das fast in der Mitte zwischen Basel und Zürich liegt. Es ist 95 km von Bern entfernt (zuerst auf der Autobahn A1, dann die A2 – Ausfahrt Sissach). Von Zürich sind es 50 km (Autobahn A1, dann auf die A3 – Ausfahrt Frick), von Basel 45 km über die Autobahn A3. Kostenlose Parkplätze findet man hinter dem örtlichen Volg-Supermarkt (Landstrasse 38, 5073 Gipf-Oberfrick) oder beim Gemeindehaus am Gemeindeplatz.

Wenn man sich für die öffentlichen Verkehrsmittel entscheidet, fährt man mit dem Zug bis Frick, von dort mit dem Postauto Linie 136 bis zur Haltestelle Gipf-Oberfrick, Brücke. Von hier aus sind es 300 Meter zu Fuss bis zum Gemeindehaus (Landstrasse 43, 5073 Gipf-Oberfrick), wo die Chriesiwäg-Route offiziell beginnt.

Chriesiwäg

Es gibt zwei Routen: eine kürzere und eine längere – beides Rundwanderwege. Die kürzere, die wir genommen haben, ist 4 km lang (obwohl in den offiziellen Flyern 5 km angegeben sind) und ist für Kinderwagen geeignet. Der längere Weg ist 9 km lang und führt z.B. um die Ruine Alt-Tierstein. Der Start ist am örtlichen Gemeindehaus, wo man sich an einem Stand eine Karte der Route abholen kann. Sie ist gut mit Pfeilen (wie sonst als mit Kirschen) markiert.

Auf dem kurzen Weg befinden sich 9 Informationstafeln mit interessanten Informationen über den Kirschenanbau, die hiesige Landschaft, die Geschichte des Kirschenanbaus im Fricktal, verschiedene Kirschensorten, Bienen und die Bedeutung des Obstanbaus für die Natur etc.

Am Gemeindehaus kann man auch die Chriesiwäg-Kkarte mitnehmen, um unterwegs Stempel zu sammeln (wie beim Orientierungslauf) – an den fünf Stationen gibt es OL-Knipser, und die vollständig und richtig geknipste Karte kann man dann als Rabattcoupon in lokalen Geschäften verwenden oder am j¨ahrlichen Wettbewerb teilnehmen.

Die beste Zeit für einen Besuch ist ungefähr Mitte April bis Mitte/Ende Mai, aber das hängt natürlich vom Wetter in diesem Jahr ab. Wir waren genau Mitte April hier, und wie bei den Krokussen im Emmental hätten wir leicht noch eine Woche mit dem Besuch warten können.

An der Route befindet sich auch ein Grillplatz mit allen Einrichtungen (einschliesslich einer Toilette). An diesem Punkt kann man rechts auf die längere Route (Zusatzroute) abbiegen. Wir sind aber bequem ins Dorf zurückgekehrt.

Zusammenfassung

  • Die Strecke ist 4 Kilometer lang und für Kinderwagen geeignet.
  • Eine 3D-Karte mit dem Höhenprofil (die nicht sehr hoch sind) findet ihr auf der Tourenplaner-Seite von Wandermagazin SCHWEIZ.
  • Die Route muss man nicht nur im Frühjahr begehen, sondern auch, wenn die Kirschen reif sind (etwa von Anfang Juni bis Ende Juli).

Geniessen Sie Ihr Chriesi-Abenteuer – aber so, dass auch die Kirschen-Liebhaber nach Ihnen noch Freude dran haben:

  • Das Verlassen des Weges ist verboten, betreten Sie keine Felder und nicht das hohe Gras neben dem Weg. Plattgetretenes Gras kann von den Bauern nicht mehr als Futtermittel gemäht werden. Entlang des Weges befinden sich Ruheinseln, ausgemähte Stellen im Gras, auf denen Sie gerne Ihr Picknick geniessen dürfen.
  • Bäume und Asthaufen sind nicht zum Spielen da. Die Hochstammbäume und Asthaufen entlang des Weges sind das Zuhause von verschiedensten Vogelarten, Igeln und Wieseln. Sie werden von den Bauern aufwändig gepflegt. Lassen Sie den Tieren ihren Rückzugsort und klettern Sie nicht auf Bäume oder springen auf Asthaufen.
  • Die Kirschen gehören den Bauern. Die Kirschbäume und ihre Früchte gehören den Bauern. Es dürfen keine Kirschen von Bäumen genascht werden. Frische Kirschen sind während der Erntezeit im Dorf erhältlich. Alternativ gibt es die Möglichkeit, sich als Pflück-Helfer beim Jurapark Aargau zu melden. Verschiedenste Bauernhöfe suchen fleissige Helfer für die Kirschenernte. Natürlich darf dann auch ein Teil der Ernte mit nach Hause genommen werden. Ausserdem befinden sich im Jurapark verschiedenste Pflück-Mich-Bäume, von denen genascht werden darf. Eine Übersicht mit den Standorten der Bäume finden Sie auf der Jurapark Website. Auf dem Chriesiweg gibt es KEINE Pflück mich Bäume mehr.
  • Nehmen Sie Ihren Abfall mit. Abfallresten, die in der Landschaft zurückbleiben sind eine tödliche Gefahr für wildlebende Tiere, aber auch für die Kühe der Bauern. Die Tiere fressen den Abfall und werden krank davon.
  • Entdecken Sie andere kirschbaumreiche Regionen der Jurapark-Landschaft. Während der Blueschtzeit befinden sich sehr viele Wanderer auf dem Chriesiwäg. Was viele nicht wissen: auch auf anderen Wanderwegen lassen sich blühende Hochstammobstbäume bestaunen. Die Etappe auf dem Flösserweg von Mettau nach Hottwil oder der Evolutionspfad können landschaftlich problemlos mit dem Chriesiwäg mithalten und sind echte Geheimtipps!
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